Pressemitteilung: Studierende weiter in finanzieller Not – Nothilfefonds an der Uni Bielefeld weiter auf Spenden angewiesen

Gemeinsam mit der Universitätsgesellschaft und der Universität Bielefeld hat der AStA der Uni Bielefeld einen Corona-Nothilfefonds initiiert. Seit dem 01. September können sich Studierende der Universität Bielefeld für eine einmalige finanzielle Unterstützung bewerben. Bisher haben bereits weit über 400 Personen diese Möglichkeit genutzt. Der AStA rechnet damit, dass diese Zahl bis Ende des Monats nochmal deutlich steigen wird, zumal es seit dieser Woche möglich ist, die Anträge zusätzlich auch über ein Onlineformular einzureichen.

Dazu erklärt Annika Vinzelberg, Vorsitzende des AStAs der Uni Bielefeld:

„Die Tatsache, dass bereits jetzt so viele Anträge eingereicht wurden, bestätigt uns in unserer Befürchtung, dass es auch weiterhin einen hohen Bedarf gibt. In diesem Monat läuft die sogenannte „Überbrückungshilfe“ des Bundesministeriums aus und schon bisher hat sie viele die auf Hilfe angewiesen wären nicht oder nicht ausreichend erreicht. Wir sehen aktuell an den eingereichten Anträgen, wie prekär die Situation oftmals ist. Gerade Studierende mit Kindern sind momentan oft in einer wirklich schwierigen Lage und werden völlig im Stich gelassen, aber auch andere stehen teilweise komplett ohne Einkommen da und wissen nicht, wie sie ihre Miete oder Lebensmittel bezahlen sollen.“

Aktuell werden die eingehenden Anträge vom AStA bearbeitet. Eine Auszahlung wird im Oktober erfolgen. Dabei wird unter allen zugelassenen Anträgen über eine Priorisierung eine Auswahl getroffen. Mit dem derzeitigen Spendenstand von 41.100€ können etwa 82 Studierende unterstützt werden.

Sven Wolski, ebenfalls AStA-Vorsitz, ergänzt:

„Die Bundesregierung versagt darin, die Finanzierung von Studierenden zu ermöglichen. Ausgeglichen werden muss das bundesweit mit privat finanzierten Nothilfefonds wie unserem. Das ist kein Zustand, der auf Dauer so bestehen bleiben kann. Corona ist keine kurzweilige Sache die sich mit einer einmaligen Überbrückung regeln lässt. Das Thema wird uns auch die nächsten Monate noch begleiten und wir erwarten, dass das Bundes- und auch Landesministerium dafür Lösungen findet.
Wir möchten uns ganz herzlich bei allen bedanken, die uns Studierende hier nicht alleine lassen und den Nothilfefonds bereits mit einer Spende unterstützt haben. Gleichzeitig müssen wir mit Blick auf das Spendenkonto leider sehen, dass wir nicht allen die es finanziell dringend nötig hätten am Ende helfen können. Unser Fonds ist weiterhin auf Spenden von Privatpersonen angewiesen und wir hoffen, dass bis Ende des Monats noch ein paar Spenden dazu kommen.“

Bis zum 30. September 2020 können Spenden unter Angabe des Verwendungszwecks „Corona-Hilfsfonds 2020“ auf folgendes Konto überwiesen werden:

Empfänger: Universitätsgesellschaft Bielefeld
IBAN: DE90 4805 0161 0000 0522 09
BIC: SPBIDE3BXXX
Sparkasse Bielefeld

Weitere Informationen zum Nothilfefonds finden sich auf der Seite des AStAs: http://asta-bielefeld.de/asta/corona-nothilfefonds/

Der gemeinsame Spendenaufruf mit der Universitätsgesellschaft und Universität Bielefeld findet sich hier: https://www.uni-bielefeld.de/ugbi/corona-hilfsfonds.html

Finanzielle Situation von Studierenden bleibt prekär – Nothilfefonds eingerichtet

Zum 01.09. starten wir als Allgemeiner Studierendenausschuss in Kooperation mit der Universitätsgesellschaft und unterstützt durch die Universität Bielefeld einen Corona-Nothilfefonds. Hierfür können sich alle Studierenden der Universität Bielefeld den ganzen September über bewerben. Im Anschluss findet ein Vergabeverfahren statt, bei dem möglichst das gesamte bis dahin zusammengekommene Geld vergeben werden kann.

Als AStA sind wir froh, dass es diesen Fonds nun gibt, mit der Situation zufrieden sind wir aber nicht. Durch Corona hat sich die ohnehin schon prekäre Lage vieler Studierender nun noch einmal drastisch zugespitzt. Viele haben ihre Nebenjobs verloren oder konnten sainsonale Jobs auf die sie angewiesen sind, um sich das restliche Jahr auf ihr Studium zu konzentrieren, nicht antreten. Hinzu kommen die erhöhte Belastung die eine Pandemie für uns alle darstellt und die Umstellung auf ein Online-Semester für das teilweise technisches Equipment erst noch angeschafft werden musste. BaföG ist bei weitem nicht für alle zugänglich, andere Ansprüche auf Sozialleistungen gibt es in der Regel nicht. Dass hier vom Bundesministerium eine angebliche „Überbrückungshilfe“ von maximal 500€ Kontostand als große Hilfe angepriesen wurde und wird, ist in der Situation einfach dreist. Wer soll bei einem maximalen Kontostand von 500€ Miete, Lebensmittel und Semesterbeitrag zahlen können? Zumal völlig unklar ist, wie es in den nächsten Monaten weiter gehen soll. Für Studierende braucht es endlich Sicherheit, um nicht in die Exmatrikulation getrieben zu werden.

Aus diesem Grund haben wir nun einen Nothilfefonds aus privaten Mitteln ins Leben gerufen. Studierende die bisher durchs Raster fielen, wie beispielsweise Internationale Studierende oder Studierende mit Kindern, können wir so hoffentlich zumindest einmalig etwas entlasten. Eine dauerhafte Lösung kann das aber nicht sein. Im Gegenteil: Wir können über die Universitätsgesellschaft einmalig 500€ auszahlen und auch nur an Studierende mit einem durchschnittlichen Monatseinkommen, welches in den letzten drei Monaten deutlich unter dem Existenzminimum gelegen haben muss, mehr Geld ist (bisher) schlicht nicht da. Damit kann und soll das Bundesministerium nicht aus der Verantwortung gezogen werden. Hier erwarten wir, genauso wie von der Landesregierung, weitere und langfristige Maßnahmen zur Unterstützung der Studierenden. Es kann nicht sein, dass die Existenzsicherung tausender Studierender durch private Spenden finanziert werden muss. Trotzdem rufen wir alle dazu auf, tätig zu werden und das Versagen der Politik durch einen privaten Beitrag für Studierende zumindest etwas auszugleichen. Aktuell sind 36.000€ an Spenden zusammen gekommen. Dafür möchten wir uns ausdrücklich bedanken und auch der Universitätsgesellschaft unseren Dank für die Unterstützung aussprechen.

Weitere Informationen zu den Kriterien und dem Vergabeverfahren des Nothilfefonds findet ihr hier: http://asta-bielefeld.de/asta/corona-nothilfefonds

Neue Öffnungszeiten

Der AStA ist in der vorlesungsfreien Zeit von Montag – Donnerstag von 12 – 14 Uhr geöffnet. Am Freitag sind wir von 12 – 16 Uhr für euch da. Bitte achtet auf die Einhaltung vom Sicherheitsabstand von 1,5m und auf eine Mund-Nase-Bedeckung, wenn ihr zu uns kommt. Wir freuen uns auf euch!

Schöne Semesterferien!

Nach einem turbulenten Semester wünschen wir euch eine schöne vorlesungsfreie Zeit! Die Umstellung auf das Online-Semester war für viele Studies nicht einfach und mit Problemen verbunden. Dementsprechend hoffen wir, dass ihr nicht all zu viele Klausuren und Hausarbeiten schreiben müsst und euch ein bisschen erholen könnt!

Auch unser Arbeitsalltag hat sich durch die Corona-Krise verändert. Nach wie vor sind wie mit der Uni regelmäßig im Gespräch, um die Situation für euch zu verbessern. Manches ist schon erreicht worden, wie die kommende eingeschränkte Öffnung der Arbeitsplätze in der Bib, oder das Einfordern von Dozierenden in dieser Krise kulant zu bewerten.
Anderes noch nicht. Dafür werden wir uns weiterhin einsetzen!

Weitere Finanzierungs(un)möglichkeiten für Studis während der Corona-Krise:

KfW-Studienkredit:
• Zinsfrei nur bis 31.03.2021
• 234€ Vertriebspartnerpauschale
• Kredit muss komplett zurückgezahlt werden
• sonstige normale Beantragungskriterien gelten weiterhin
• Beantragung max. im 10. Fachsemester und bis 44 Jahre
• Leistungsnachweis ab dem 7. Fachsemester
• Monatliche Auszahlungshöhe liegt zwischen 100 € und 650 €
Damit handelt es sich um einen normalen Studienkredit unter temporär verbesserten Konditionen.
Dringende Empfehlung der Nutzung des Vorabchecks, da die Kriterien nur auf einen Teil der Studierenden zutreffen.

(Für detaillierte Informationen bitte an die Studienfinanzierungsberatung schreiben.)

Bundesweiter Nothilfefonds:
• max. 500€ für 3 Monate
• einzeln beantragbar für Juni/Juli/August
• es wird lediglich auf 500€ aufgestockt!
• es darf keine weiteren Einnahmen geben
• Geld wird erst ab 25. Juni ausgezahlt
• Keine rückwirkende Beantragung möglich
Die Aufstockung und einzelne Beantragung verhindert eine wirkliche finanzielle Hilfe. Außerdem wird es zu spät ausbezahlt!

Arbeitsamt:
• als Darlehen absolute Ausnahmeregelung
• erfahrungsgemäß schwer bis unmöglich zu erhalten
• Für Studierende im Urlaubssemester möglich
• Beurlaubungsfrist für SoSe bereits abgelaufen
Oft bleibt nur der Klageweg, um Geld zu bekommen, es ist durch die Beurlaubung keine Alternative, da dort keine Leistungen erbracht werden können

Wohngeld:
• fällt für alle Studierenden weg, die dem Grunde nach noch bafögberechtigt sind
• oder sich nicht zu großen Teilen eigenständig finanzieren können (durch Arbeit, Kredite, Vermögen, etc.).

Der RSB ist weiterhin für euch da!

Liebe Studierende,


Unser Referat ist auch weiterhin für Euch da!


Wir sind ein autonomes Referat des AStA und kümmern uns um die Belange von Studierenden mit Behinderung und chronischen Erkrankungen – sowohl physischer als auch psychischer Art. Uns ist bewusst, dass in dieser besonderen Zeit gerade Studierende mit Erkrankungen besonders belastet sind:

Sei es, dass hör- und sehbehinderte Studierende Probleme haben, Online-Meetings zu verfolgen oder sich bei Studierenden mit Ängsten, Zwängen oder Depressionen die krankheitsbedingte Symptomatik zuspitzt hat und damit das Studium zusätzlich erschwert wird…

Für viele Fälle gibt es die sogenannten Nachteilsausgleiche: so können ggf. Prüfungsformen umgewandelt werden oder anderweitig barriereärmer gestaltet werden. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig und richten sich jeweils nach dem Einzelfall. Ein Schwerbehindertenausweis ist für die Beantragung eines Nachteilsausgleichs nicht notwendig.

Wenn Ihr dazu Fragen habt, könnt Ihr Euch jederzeit an uns wenden. Ihr könnt uns auch ansprechen, wenn ihr im Studium auf andere Barrieren trefft oder den Austausch mit anderen Studierenden mit Behinderung und chronischen Erkrankungen sucht.

Wir sind online unter: rsb@asta-bielefeld.de erreichbar. Selbstverständlich werden Eure Anfragen vertraulich behandelt und wenn Ihr möchtet, könnt Ihr auch anonym bleiben.

Passt gut auf Euch auf!

Euer RSB-Team