Finanzielle Situation von Studierenden bleibt prekär – Nothilfefonds eingerichtet

Zum 01.09. starten wir als Allgemeiner Studierendenausschuss in Kooperation mit der Universitätsgesellschaft und unterstützt durch die Universität Bielefeld einen Corona-Nothilfefonds. Hierfür können sich alle Studierenden der Universität Bielefeld den ganzen September über bewerben. Im Anschluss findet ein Vergabeverfahren statt, bei dem möglichst das gesamte bis dahin zusammengekommene Geld vergeben werden kann.

Als AStA sind wir froh, dass es diesen Fonds nun gibt, mit der Situation zufrieden sind wir aber nicht. Durch Corona hat sich die ohnehin schon prekäre Lage vieler Studierender nun noch einmal drastisch zugespitzt. Viele haben ihre Nebenjobs verloren oder konnten sainsonale Jobs auf die sie angewiesen sind, um sich das restliche Jahr auf ihr Studium zu konzentrieren, nicht antreten. Hinzu kommen die erhöhte Belastung die eine Pandemie für uns alle darstellt und die Umstellung auf ein Online-Semester für das teilweise technisches Equipment erst noch angeschafft werden musste. BaföG ist bei weitem nicht für alle zugänglich, andere Ansprüche auf Sozialleistungen gibt es in der Regel nicht. Dass hier vom Bundesministerium eine angebliche „Überbrückungshilfe“ von maximal 500€ Kontostand als große Hilfe angepriesen wurde und wird, ist in der Situation einfach dreist. Wer soll bei einem maximalen Kontostand von 500€ Miete, Lebensmittel und Semesterbeitrag zahlen können? Zumal völlig unklar ist, wie es in den nächsten Monaten weiter gehen soll. Für Studierende braucht es endlich Sicherheit, um nicht in die Exmatrikulation getrieben zu werden.

Aus diesem Grund haben wir nun einen Nothilfefonds aus privaten Mitteln ins Leben gerufen. Studierende die bisher durchs Raster fielen, wie beispielsweise Internationale Studierende oder Studierende mit Kindern, können wir so hoffentlich zumindest einmalig etwas entlasten. Eine dauerhafte Lösung kann das aber nicht sein. Im Gegenteil: Wir können über die Universitätsgesellschaft einmalig 500€ auszahlen und auch nur an Studierende mit einem durchschnittlichen Monatseinkommen, welches in den letzten drei Monaten deutlich unter dem Existenzminimum gelegen haben muss, mehr Geld ist (bisher) schlicht nicht da. Damit kann und soll das Bundesministerium nicht aus der Verantwortung gezogen werden. Hier erwarten wir, genauso wie von der Landesregierung, weitere und langfristige Maßnahmen zur Unterstützung der Studierenden. Es kann nicht sein, dass die Existenzsicherung tausender Studierender durch private Spenden finanziert werden muss. Trotzdem rufen wir alle dazu auf, tätig zu werden und das Versagen der Politik durch einen privaten Beitrag für Studierende zumindest etwas auszugleichen. Aktuell sind 36.000€ an Spenden zusammen gekommen. Dafür möchten wir uns ausdrücklich bedanken und auch der Universitätsgesellschaft unseren Dank für die Unterstützung aussprechen.

Weitere Informationen zu den Kriterien und dem Vergabeverfahren des Nothilfefonds findet ihr hier: http://asta-bielefeld.de/asta/corona-nothilfefonds